Das Wort Gottes zum Klingen bringen ...
Im Jahr 2004 gegründet, bereichert die Oekumenische Choralschola Köln das Repertoire der musikalischen Verkündigung an der Antoniterkirche um den Gregorianischen Gesang. Die Schola singt den Gregorianischen Choral nach den ältesten erreichbaren Handschriften.
Das erklingende Wort soll musikalisch und spirituell erschlossen werden: Zur persönlichen Aneignung der Gesänge gehört neben dem Erlernen des mittelalterlichen Notationssystems die persönliche Beschäftigung mit der biblisch verwurzelten Theologie des Gregorianischen Chorals. Dieser ermöglicht Singenden und Hörenden eigene geistliche Erfahrungen. Das Singen bezieht den ganzen Menschen, Körper, Seele und Geist, in die Reflektion des geistlichen Inhaltes mit ein.
Der Gregorianische Choral verlebendigt das Wort Gottes, verleiht ihm eine zusätzliche tiefe Dimension: "Es ist nicht nur der ungewohnte und archaische Charakter der Melodien, der diese Anziehungskraft ausübt, sondern letzen Endes der sich in ihm offenbarende religiöse Urgrund", betont Luigi Agustoni. Der Choral, das gesungene Wort, bereichert uns umso mehr, als wir uns ihm in der Haltung des Betenden nähern - als Ausführende und als Hörende.
Dazu eine herzliche Einladung!
Die Schola besteht aus 10 Personen (Frauen und Männer) und kann derzeit noch neue Mitglieder aufnehmen. Weitere Informationen erhalten Sie beim Leiter der Schola Manfred Loevenich. Nach vorheriger Absprache ist es möglich, an Proben als Gast teilzunehmen, um sich von der Arbeitsweise der Schola ein eigenes Bild zu machen.
Unser nächster Termin: Gottesdienst zum Tag der Darstellung des Herrn - Lichtmess mit Abendmahl, Gregorianischem Choral und Lichter-Prozession am Donnerstag, 2. Februar 2012, um 18 Uhr:
Puer natus est nobis – Lumen ad revelationem gentium!
Am Tag der Darstellung des Herrn - Lichtmess endet seit alters her die weihnachtliche Festzeit. Im Zentrum steht die Begegnung des greisen Simeon mit dem Kind Jesus im Tempel (Lk 2). Der festliche Gottesdienst mit seinen alten Gesängen schlägt noch einmal den großen Bogen von Weihnachten ("Ein Kind ist uns geboren") bis zur Erkenntnis des frommen Simeon, der in dem Kind den verheißenen, lange ersehnten Messias erkennt, das "Licht, das die Völker erleuchtet"!
Unser Gottesdienst-Blatt zeigt das letzte Gemälde von Rembrandt, "Simeon mit dem Christuskind". – Als der große Maler 1669 starb, stand das fast vollendete Gemälde noch auf der Staffelei. Es zeigt den Lobgesang des gottesfürchtigen Simeon: "Herr, nun lässt Du Deinen Diener in Frieden fahren, wie Du gesagt hast, denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen ...".
Fotos: Nikolaus Rösler, Timo Belger
Text: Manfred Loevenich M.A.