Antoniterkirche

Die heutige Ausstattung der Kirche

Während des Zweiten Weltkrieges verlor die Kirche alle ihre bunten Glasfenster, nur das zentrale Chorfenster von 1520 mit der Kreuzigungsszene blieb erhalten. Am Fuße des Kreuzes sieht man zwei Wappen des Antoniterordens. 1952 wurden links und rechts des Kreuzes die Wappen der ersten sechs protestantischen Gemeinden durch Georg Eberlein hinzugefügt.
Im linken Seitenschiff ist der Schwebende von Ernst Barlach zu sehen. Die beiden Ambonen sind von Rudolf Peer 1984 geschaffen worden. Sie verweisen auf das Alte und das Neue Testament: die „Mazzeba“, gestaltet als mosaische Gesetzestafel, auf die 10 Gebote, der Adler mit den weitausgebreiteten Flügeln auf den Evangelisten Johannes.
Im rechten Seitenschiff steht ein Taufstein aus dem zwölften Jahrhundert, der der Antoniterkirche vom nahe gelegenen Museum Schnütgen zur Verfügung gestellt worden ist.
Die Schlusssteine im Deckengewölbe zeigen vom Chor zur Orgel hin folgende Symbole: das Jesusmonogramm (IHS = Jota, Eta, Sigma), das Kreuz des Antoniterordens (Taukreuz), das Christusmonogramm (PX=Chi, Rho), die Rose, die Jesus beziehungsweise Maria symbolisiert, sowie das A und O nach Offenbarung 21,6: „Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende.“ Seit 2005 steht die mittelalterliche Kirche nun in einem beeindruckenden Kontrast zu
dem von Renzo Piano erbauten Weltstadthaus.

 

Der Schwebende von Ernst Barlach

Foto: Celia Körber-Leupold

Als überlebensgroße menschliche Gestalt schwebt er in waagerechter Lage, von einer Kette gehalten. Der Schwebende hat die Züge von Käthe Kollwitz. Die Skulptur ist über Kopfhöhe angebracht. Ernst Barlach wollte, dass um den Engel ein Raum der Ruhe entsteht. Deshalb soll das einfallende Licht gedämpft sein und nicht blenden. Auf dem Boden unter der Figur liegt eine erhöhte Steinplatte mit den Jahreszahlen der beiden Weltkriege.

Der Schwebende wurde 1926/27 von Ernst Barlach (1870-1938) anlässlich der 700-Jahr-Feier des Doms zu Güstrow geschaffen. 1937 wurde das Totenmal aus dem Dom entfernt und später für Kriegszwecke verschrottet. Ernst Barlach war einer jener Künstler, die von der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ betroffen waren: die meisten seiner Werke wurden ab 1937 von öffentlichen Plätzen und aus Museen entfernt. Er erhielt Ausstellungsverbot. Freunden von Barlach gelang es jedoch, das Original-Werkmodell aus Gips zu retten und um 1942 einen Zweitguss herstellen zu lassen und diesen während des Krieges versteckt zu halten. Dieser Zweitguss hängt seit 1952 in der Antoniterkirche. Ein davon abgenommener weiterer Guss wurde 1953 der Domgemeinde in Güstrow übergeben.

Weitere Informationen zu Ernst Barlach finden Sie bei der Ernst-Barlach-Stiftung in Güstrow. 
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Altarraum der Antoniterkirche

Foto: AntoniterCityKirche