AntoniterQuartier

Das Gelände an der evangelischen Antoniterkirche in Köln wird neu bebaut. Auf dem rund 3300 m² großen Grundstück an der Schildergasse wird ein attraktives Ensemble mit einem schönen Kirchplatz für die Antoniterkirche , ein modernes Citykirchenzentrum und vielfältige weitere Nutzungsmöglichkeiten (Gastronomie, Dienstleistung, Wohnen und Handel) sowie eine Tiefgarage entstehen - AntoniterQuartier. Kirche. Platz. Leben in der Stadt - so wird das Ensemble künftig firmieren.

Am Freitag, 19. Juni 2015, hat das Preisgericht für den Architektenwettbewerb getagt. Die Entwürfe von sechzehn bundesweit renommierten Architekturbüros lagen dem Preisgericht vor. Die prominent besetzte Jury, u. a. mit Franz-Josef Höing, Beigeordneter der Stadt Köln, Dr. Thomas Werner, Stadtkonservator Köln, und den Architekten Prof. Julia Bolles-Wilson, Prof. Thomas Fenner, Prof. Andreas Fitzen, Prof. Johannes Schilling und Prof. Peter Schmitz sowie Vertretern des Bauherrn der Evangelischen Gemeinde Köln und Vertretern aus den Politischen Parteien entschieden sich unter Vorsitz von Prof. Andreas Meck (Ottobrunn) für folgende architektonischen Entwürfe:
1. Preis: Trint+Kreuder d.n.a, Köln
2. Preis: Staab Architekten GmbH, Berlin
3. Preis: eins:eins Architekten, HamburgAnerkennung: F 29 Architekten, Dresden

Auszug aus dem Protokoll des Preisgerichts zum 1. Preis

1. Städtebau
Die Arbeit vermittelt eine klare Haltung und reagiert angemessen in Kubatur und Gestaltung auf den städtebaulichen Kontext, sowohl zur Kirche als auch zu dem benachbarten Weltstadthaus. Die Entwurfsverfasser schlagen eine plausible Raumfolge vor, vom wohl proportionierten Platz gegenüber der Antoniterkirche, der auch dem Anspruch an Öffentlichkeit gerecht wird, hin zum intimeren Kirchhof. Darüber hinaus wird eine kluge Wegebeziehung von Schildergasse über den Kirchhof bis hin zur Antoniterstraße angeboten.

2. Architektonische Qualität
Der Entwurf nimmt mit seiner zurückgenommenen Gestaltung einen klaren Dialog mit der Kirche auf und gibt damit gleichzeitig dem Platz ein markantes, eigenständiges und "modernes" Gesicht. Die Baukörper vermitteln gleichzeitig eine offene und geschützte Atmosphäre. Die dünnformatigen Ziegel spiegeln eine sensible und feinfühlige Haltung auch in seiner Materialität wider. Auch die Luftigkeit der Architektur, die Platzausbildungen und seine feine Materialität machen die Qualität dieser Arbeit aus.

3. Funktion und Gestaltung der Freiflächen
- Zurückhaltende, nicht überinszenierte Plätze, die miteinander verflochten sind.
- Die „Brücke“ unterstützt die Trennung der beiden Plätze und formuliert einen klar positionierten „Übergang“ in den Kirchhof.
- Der Dachgarten bietet einen intimeren Garten an, der durch die Gemeinde genutzt werden kann.

4. Zuordnung und Funktionalität der Nutzung
- Klare Zuordnung der Flächen Gastronomie und Handel, in der die Gastronomie an der richtigen Stelle sitzt und den Platz auf der Langseite begleitet.
- Hohe räumliche Qualität des Citykirchenzentrums, das auch in seinen funktionellen Zuordnung besticht, so z. B. Synergieeffekte mit der Gastronomie
- Gut organisierte Wohnungsgrundrisse, die ebenfalls an der richtigen Stelle liegen und darüber hinaus auf die Immissionen positiv reagieren. 

Der Weg zum AntoniterQuartier 

Areal für das zukünftige AntoniterQuartier auf dem ehemaligen Klostergelände der Antoniterkirche in der Kölner Schildergasse

Die Antoniterkirche ist das Schaufenster der Evangelischen Kirche in Köln. Mit verschiedenen erfolgreichen Angeboten und Einrichtungen werden die Menschen in der Stadt erreicht: Touristen, Passanten, Kölner und Kölnerinnen. Evangelische Präsenz ist durch die Citykirchenarbeit sichtbar in der Stadt. Zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten am evangelischen Leben werden hier angeboten.

Areal für das zukünftige AntoniterQuartier auf dem ehemaligen Klostergelände der Antoniterkirche in der Kölner Schildergasse

Das Ensemble auf dem rund 3 300 m² großen Grundstück zwischen der Antoniterkirche in der Schildergasse und der Antoniterstraße (dessen Eigentümerin die Evangelische Gemeinde Köln ist) ist in die Jahre gekommen. Die bauliche Substanz ist teils sanierungsbedürftig, Funktionalität und Ausstattung der Gebäude entsprechen nicht mehr heutigen Ansprüchen. Aus diesem Zustand resultieren u. a. erhebliche Einschränkungen für die Gemeindeaktivitäten, steigende Neben- und Instandhaltungskosten sowie ein unattraktives architektonisches Erscheinungsbild. 

Um diese Herausforderungen zu bewältigen und das Grundstück entsprechend seiner hervorragenden Lage in der Kölner Innenstadt für die Evangelische Kirche besser nutzen zu können, hat das Presbyterium der Evangelischen Gemeinde Köln im Dezember 2013 beschlossen, mit dem Büro ulrich hartung gmbh, stadtplanung + projektentwicklung, Bonn, eine grundsätzlich neue Projektidee zu entwickeln und zu konkretisieren. Das AntoniterQuartier soll künftig

- einen attraktiven und funktionalen Raum für die vielfältigen Anforderungen der Gemeinde- und Citykirchenarbeit bieten (neues Citykirchenzentrum),
- ein passendes Nutzungskonzept aufweisen, das sowohl der urbanen Lage als auch der besonderen Identität der Antoniterkirche gerecht wird, 
- die städtebauliche Integration und architektonische Aufwertung des Quartiers schaffen und
- eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit gewährleisten.

In einem intensiven Prozess zwischen dem Bauausschuss Antoniterkirche und dem Planungsbüro wurde nach umfangreicher Analyse mit zahlreichen Expertengesprächen und vertiefenden Untersuchungen mittels offener Foren, Workshops und Modelldiskussionen binnen eines Dreivierteljahres die Idee „Kirche.Platz.Leben  in der Stadt“ entwickelt – und vom Presbyterium am 16. Oktober 2014 einstimmig beschlossen  

Presbyterium der Evangelischen Gemeinde Köln am 16. Oktober 2014

Städtebau – Kirche gewinnt Platz

Eingang zum AntoniterFoyer und Renzo Pianos Weltstadthaus in Köln

Das AntoniterQuartier öffnet sich zur Stadt! Ein einladender Kirchplatz steht im Fokus des städtebaulichen Konzeptes. Dominiert durch die Antoniterkirche schafft der Kirchplatz einen besonderen Raum, der Kirchengemeinde und Besuchern als Rückzugs-, Kommunikations- und Veranstaltungsort dienen soll. Die Kirche wird aus ihrer beengten Situation befreit und entfaltet so ihre identitätsstiftende Wirkung als evangelischer Leuchtturm in der Innenstadt.                

Das evangelische Citykirchenzentrum gegenüber der Antoniterkirche fasst einen Kirchplatz, der Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität für sämtliche Aktivitäten des Gemeindelebens bietet.

Der Kirchplatz als traditionell städtisches Element und das aktive evangelische Gemeindeleben schaffen eine ganz besondere Adresse für die Anlieger.

Evangelische Präsenz

Die Antoniterkirche bleibt für die Öffentlichkeit das starke Symbol des AntoniterQuartiers. Die hohe Publikumsfrequenz auf der Schildergasse sowie das für Protestanten identitätsstiftende Gemeindeleben sind die wichtigsten Gründe für die Bekanntheit der Antoniterkirche. Die bestehenden Qualitäten der Citykirchenarbeit werden in dem neuen Projekt gewahrt und erhalten nun einen zeitgemäßen Rahmen. Das einladende, moderne und attraktive Quartier wird ein neues, vielfältiges Publikum ansprechen. 

Realisierung

Grundsätzlich werden im Architektenwettbewerb alle Gebäude zur Disposition gestellt. Alle Gebäude, auch der CityPavillon und das Wohnhaus, weisen einen erheblichen Sanierungsstau auf und können nur erhalten werden, wenn sie optimal in das neue Konzept eingebunden werden.

Alle Einrichtungen an der AntoniterCityKirche sollen auch während der Realisierungsphase bestehen bleiben. Lösungsmöglichkeiten werden derzeit geprüft.

Das neue AntoniterQuartier wird rund 6.500 m² Geschossfläche aufweisen. In Kooperation mit der Stadt Köln soll im ersten Halbjahr 2015 ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden, um eine hohe gestalterische Qualität und optimale Funktionalität zu gewährleisten. 

Berichterstattung über das AntoniterQuartier

Artikel vom 20. November 2014 im Kölner Stadt-Anzeiger

Artikel vom 24. November 2014 bei kirche-koeln.de

Artikel vom 8. Dezember 2014 im Kölner Wochenspiegel

Artikel am 20. Juni 2015 in der Kölnischen Rundschau

Artikel vom 21. Juni 2015 im Kölner Stadt-Anzeiger

Artikel vom 30. Juni 2015 im Kölner Wochenspiegel

Artikel vom 13. Juli 2015 im Kölner Stadt-Anzeiger

Artikel vom 20. Juli 2015 bei Köln-Architektur